Für Team-Kärnten-Chef Bgm. Gerhard Köfer überwiegen beim Mercosur-Abkommen eindeutig die Risiken und das insbesondere für die Landwirtschaft Kärntens: „Unsere Landwirtschaft ist kleinstrukturiert, familiengeführt und an hohe Tierwohl-, Umwelt- und Qualitätsstandards gebunden. Genau diese Betriebe sind die Verlierer dieses Abkommens.“
Gerade in der Tierhaltung gelten in Österreich deutlich strengere Auflagen als in vielen südamerikanischen Ländern. „Wer unter völlig unterschiedlichen Produktionsbedingungen arbeitet, kann nicht zu fairen Preisen konkurrieren“, stellt Köfer klar. Das ohnehin seit Jahren anhaltende Höfesterben werde durch Mercosur zusätzlich beschleunigt, warnt Köfer: „Klein- und Mittelbetriebe geraten noch stärker unter Druck, während industrielle Großbetriebe mit Billigprodukten den Markt überschwemmen.“
Die bisherigen Nachbesserungen beim Abkommen seien aus Sicht Köfers unzureichend: „Kosmetische Änderungen ändern nichts am Kernproblem. Unsere Bäuerinnen und Bauern dürfen nicht gegen importierte Billigware ausgespielt werden, die unter niedrigeren Standards erzeugt wird.“
Für Köfer ist klar: „Qualität, Tierwohl und regionale Herkunft haben ihren Wert und ihren Preis. Es kann nicht sein, dass heimische Spitzenqualität durch Produkte verdrängt wird, die diesen Standards nicht entsprechen.“ Daher müsse ernsthaft darüber diskutiert werden, Agrarimporte nur dann zuzulassen, wenn sie nach denselben Regeln produziert wurden wie in Österreich, so Köfer: „Wer gleiche Märkte will, braucht auch gleiche Standards. Das sind wir unseren Bauern schuldig.“