„Das Gleichbehandlungsgesetz aus dem Jahr 1979 schreibt fest, dass eine Diskriminierung bei der Entlohnung zwischen Frauen und Männern verboten ist. Über 46 Jahre später sind wir aber immer noch nicht bei gleichem Lohn für gleiche Arbeit angekommen“, betonen Team Kärnten-Chef Bgm. Gerhard Köfer und Abg. Marina Koschat-Koreimann, die TK-Frauensprecherin im Landtag. Die beiden TK-Vertreter weisen darauf hin, dass sich die Einkommensschere nur im Schneckentempo schließt: „Wenn wir so weitermachen, erleben wir eine statistische Einkommensgleichheit erst im Jahre 2043, was ein absolutes No-Go darstellt.“ Aktuell, so Köfer, verdienen Frauen im Schnitt um 11,5 Prozent weniger als Männer, was 42 Tage pro Jahr an unbezahlter Arbeit gleichkommen: „Österreich zählt damit in der EU zu den Ländern mit dem größten Lohnunterschied. Hinter Österreich liegt nur mehr Lettland, was ein absolut fatales Signal darstellt.“
Die Ursachen für den Gender Pay Gap seien laut Koreimann vielschichtig: „Frauen arbeiten häufiger Teilzeit als Männer, gleichzeitig fehlt es oftmals an Kinderbetreuungsplätzen und zudem wird sehr viel an unbezahlter Care-Arbeit, beispielsweise die Pflege von Angehörigen, den Frauen überlassen. Hier braucht es entschieden mehr Angebote, um die Frauen zu entlasten und ihnen eine Vollzeitbeschäftigung bzw. die raschere Rückkehr in den Job zu ermöglichen.“ Karriere und Familie dürfen sich heutzutage nicht ausschließen, sondern müssen vereinbar sein, stellt Köfer klar, der auch darauf hinweist, dass Teilzeit auch später weniger Pension und oftmals Altersarmut bedeute.
Köfer und Koreimann fordern gemeinschaftlich, dass die wichtige EU-Lohntransparenzrichtlinie endlich umgesetzt wird: „Die Höhe der Gehälter und Löhne dürfen nicht vom Geschlecht abhängen. Transparenz ist ein geeignetes Mittel, das dazu beitragen kann, Verbesserungen herbeizuführen.“